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Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt

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Wer einen Computer kauft ist schnelle Preisänderungen gewohnt. Das Gerät, das man für einen als günstig geltenden Preis erworben hat, steht nur wenig später nochmals 30 Prozent billiger im Schaufenster. Die Preise auf dem Immobilienmarkt hingegen verändern sich langsamer und die Preissprünge sind kleiner. Höchstens dort, wo eine stark anziehende Nachfrage einem zu kleinen Angebot gegenübersteht, sind eine schnellere Preisentwicklung und grössere Sprünge festzustellen.

Die Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser wird seit Jahren von spezialisierten Unternehmen genau verfolgt und mittels Zahlenreihen dokumentiert. Heute ist es auch möglich, Prognosen für die künftige Entwicklung der Immobilienpreise zu machen. Diese Berechnungen basieren auf den erwähnten Zahlenreihen und einer ganzen Zahl weiterer Faktoren aus der Volkswirtschaft, der Bauwirtschaft und der Immobilienbranche: beispielsweise auf der Entwicklung der Einkommen, dem Bruttoinlandprodukt, dem Wohnungsleerstand oder der Investitionstätigkeit.

Eine Auswertung der Zahlen der letzten 30 Jahre hat gezeigt, dass sich Zusammenhänge zwischen den Faktoren aus der Volks- und Bauwirtschaft sowie der Immobilienbranche und den Immobilienpreisen herstellen lassen. Legt beispielsweise das Bruttoinlandprodukt zu, ziehen mit einiger Verzögerung auch die Preise für Einfamilienhäuser an. Mit speziellen Statistikprogrammen lässt sich so der kumulierte Einfluss aller Faktoren auf die künftigen Preise für Häuser und Wohnungen errechnen und eine zuverlässige Prognose erstellen. Für Immobilieninvestoren, Banken und die Bauwirtschaft sind solche Prognosen wichtige Planungsinstrumente.

Ihnen als Käuferin oder Käufer einer einzelnen Immobilie geben solche Zahlen einen Hinweis darauf, wie sich der Wert Ihrer Wohnung oder Ihres Einfamilienhauses in Zukunft entwickeln könnte. Wenig helfen die Zahlen hingegen denjenigen, die meinen, aufgrund der Prognosen auf ein Schnäppchen warten zu können. Denn anders als beim Computer kann man mit dem Kauf einer Immobilie nicht zuwarten, bis eine prognostizierte Preissenkung eintritt. Bis dann hat das Haus, für das man sich interessiert, meist längst einen anderen Käufer gefunden.

Veränderte Lebensgewohnheiten

Die Anstellung fürs Leben gehört ebenso der Vergangenheit an wie die Wohnung oder das Haus für die Ewigkeit. Unsere Gesellschaft ist in den letzten 30 Jahren mobiler geworden. Wenn Sie Ihre Flexibilität trotz des Kaufs einer Immobilie behalten wollen, sollten Sie eines beachten: Schnell und zu einem guten Preis wieder verkaufen lassen sich nur Häuser und Wohnungen an guten Lagen und mit guter Bauqualität. Trifft dies auf Ihr Objekt nicht zu, müssen Sie unter Umständen viel Zeit für den Verkauf einrechnen und Werteinbussen in Kauf nehmen.

Preisanstieg für Wohneigentum

In den Letzten Jahren sind die Preise für Wohneigentum zum Teil stark gestiegen – einige Beispiele:

Tipp: Wegen der grossen Nachfrage sind die Preise für Häuser und Wohnungen in den letzten Jahren in einigen Regionen der Schweiz zum Teil sehr stark gestiegen (siehe Tabelle oben). Damit nimmt auch das Risiko einer Immobilienblase zu. Von einer solchen Blase spricht man, wenn sich die Preise für Immobilien immer weiter vom realen Wert entfernen. Wer in einer solchen Situation ein überteuertes Objekt kauft, muss in der Regel mehr Eigenkapital aufbringen, da die Bank für die Hypothek nur den realen Wert einsetzt. Zudem ist die Gefahr gross, dass die Liegenschaft bei einem Platzen der Immobilienblase sehr viel an Wert einbüsst und damit auch das eingesetzte Eigenkapital verloren geht. Wo das Risiko einer Immobilienblase besteht, zeigt beispielsweise der regelmässig von der UBS veröffentlichte Immobilienblasen-Index, den man im Internet findet (www.ubs.com/swissrealestatebubbleindex-de).

Info: Angaben zur aktuellen Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser finden Sie regelmässig in allen grossen Tageszeitungen und im Internet.

 

In Kooperation mit:

© 2018 Beobachter-Edition, Ringier Axel Springer Schweiz AG, Zürich.
Der Inhalt dieses Artikels stammt aus dem Beobachter-Ratgeber «Der Weg zum Eigenheim» und wurde an Brixel zur online-Publikation lizenziert. Hier geht’s zum Buch: https://shop.beobachter.ch

Über den Autor
Beobachter Edition
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© 2018 Beobachter-Edition, Ringier Axel Springer Schweiz AG, Zürich.

Weiterführende Literatur

Faktor Mikro- & Makrolage beim Kauf einer Immobilie

Bevor man sich für das Eigenheim entscheidet, gibt es ein paar wenige Hürden zu meistern. Viele Entscheidungen müssen getroffen werden. Neben finanziellen und emotionalen Einflussfaktoren ist auch die Wahl des Standortes im Detail zu betrachten. Im Voraus können die eigenen Bedürfnisse mit der Mikro- und Makrolage des Wunschstandortes abgeglichen werden. Fehlentscheidungen beim Standort für das künftige Eigenheim, können so zum grossen Teil vermieden werden und die Wahl des passenden Standortes fällt wesentlich leichter. 

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